Hörmann HLS 273

Mit der HLS 273 hat Hörmann 1973 eine komplett neue Sirenen-Baureihe auf den Markt gebracht. Die auffälligste Neuerung ist der komplett überarbeitete Sirenenkopf. Das noch aus den 1950er Jahren stammende Design der Hörner und der tonnenförmige Kopf der F71 wurde durch kleinere Einzelhörner ersetzt. Der ebenfalls neu entwickelte Schallgeber nutzt nun keine Lochscheibe mehr als Rotor, sondern eine Rotortrommel. Damit konnte die Luftführung optimiert und der Sirenenkopf verkleinert werden.

Ebenfalls neu ist, dass für die HLS 273 auf Grund des kleineren Kopfes nun auch Rohrmasten zur Verfügung stehen, die in den gleichen Längen eine platzsparende Alternative zu den weiterhin bestellbaren Gittermasten bildeten. Im Maschinenbunker gab es vorerst keine Neuerungen, man übernahm hier die ausgereifte Technik der F71. Erst Ende der 1970er Jahre wurden auch hier vereinzelt Verbesserungen vorgenommen, bevor 1981 wieder ein kompletter Generationswechsel vollzogen wurde.

Neben der HLS 273, welche weiterhin im deutschen Warnnetz Verwendung fand, wurden vier weitere Varianten dieser Baureihe entwickelt, die hauptsächlich für das Ausland oder die Industrie gedacht waren. Im Detail wird weiter unten auf diese Varianten eingegangen.

Baujahre
1973 bis 1981
Aufstellungen
Gebäudemontage,
Gittermast,
Voest Alpine Linz
19.5m, 24.5m, 29.5m
Rohrmast
ABEG Apparatebau und Eletroanlagen GmbH
19.5m, 24.5m, 29.5m
Dieselaggregat
(HLS 273)
Faryman G20
Elektromotor
(HLS 373)
Brown, Boveri & Cie (BBC) QUX 132 M4 AC
Kompressor
(HLS 273, HLS 373)
J.P. Sauer & Sohn WP25L-301
Kompressor
(HLS 573)
Bauer
Typ unbekannt
Drucklufttank
(HLS 273, HLS 373)
6000 Liter, unterirdisch
oder 4x 1500 Liter bei Gebäudemontage
Slawinski & Co. GmbH
214 Gefundene Anlagen weltweit
55Gebäudemontage
90Gittermast
50Rohrmast
36Aktiv
43Außer Betrieb
77Demontiert
12Durch ELS ersetzt
12Teilweise demontiert

HLS 273 Standardausführung

HLS 373 und 473 Sonderversionen

Die HLS 373 nutzt als Antrieb einen leistungsstarken Elektromotor anstelle des Dieselmotors. Damit ist zwar keine komplette Netzunabhängigkeit mehr gewährleistet, aber die Anlage kann auch dort eingesetzt werden, wo ein Dieselmotor ausscheidet. Bekannt sind in Deutschland z.B. drei Gebäudemontagen am Flughafen Frankfurt und auf dem Kreishaus in Hürth, bei denen auf Grund von Lärm- und Emissionsreduzierung für Mitarbeiter und Besucher diese Variante eingesetzt wurde.

Mit der HLS 473 spricht Hörmann gezielt Kunden in der Industrie an, die in ihren Gebäuden bereits über eine ausreichende Druckluftversorgung verfügen. In diesen Fällen kann mit dieser Variante ohne Maschinenaggregat eine vereinfachte Steuerung und der übliche Sirenenkopf installiert werden. Die Anschaffungskosten sind deutlich geringer und der Wartungsaufwand der Maschinenanlage entfällt komplett.

HLS 573 Hochdruckanlage

Besonders erwähnenswert sind die Varianten HLS 573 und HLS 673, bei denen die Luft in 200 Bar Druckluftflaschen gespeichert wurde. Dies lies eine sehr kompakte Bauweise der Anlagen zu und vereinfachte die Wartung nochmals. Soweit bekannt wurde noch in den 1980er Jahren geplant, die HLS 573 als nächste Generation der Hochleistungssirene für das Warnnetz aufzustellen. Dazu kam es durch die Auflösung des Warndienstes aber nicht mehr. Die modernsten bekannten HLS in Variante HLS 573 wurden Ende der 1990er Jahre in Wien aufgebaut, welche auch schon über eine Mikrocontroller gestützte Steuerung verfügten.

HLS 673 Hochdruckanlage ohne Kompressor

Während bei der HLS 573 noch ein Dieselmotor mit Hochdruck-Kompressor ein automatisches Nachfüllen der Flaschen ermöglichte, war die HLS 673 ohne Maschinenanlage als "Einweg-Sirene" konzipiert. Nach einer Auslösung mussten die leeren Druckluftflaschen vor Ort getauscht werden. Auch diese Anlage war in erster Linie für große Industrieanlagen gedacht, die sich mit eigenem Personal und entsprechenden Werkstätten selbst um die Wartung kümmern konnten.

Von der HLS 673 existieren leider nur diese drei Bildausschnitte aus dem Hörmann-Prospekt. Ob und wo eine solche HLS 673 im Einsatz ist, ist leider gänzlich unbekannt.

Dokumente

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